Das Dampfschiff Brugg wird zum grossen Kunstfenster

Das Dampfschiff ist vor Anker und die Schiffscrew hat Landgang. Um die Zeit bis zur nächsten Reise zu überbrücken, wurde im Innern der Dampfer gewartet und geschrubbt, geplant und organisiert. Das Resultat lässt sich sehen.

Wir freuen uns sehr, dass in den kommenden Monaten Kunstschaffende aus der Region unsere grossen Fenster mit ihren Werken gestalten. Jede Künstlerin, jeder Künstler hat dabei völlig freie Hand und jedes der Fenster wird zu einem eigenen Kunstraum: Ein Fenster - eine Entdeckungsreise. 

Sie sind herzlich eingeladen, die Fenster auf Ihren Brugger Landgängen zu besuchen. Nehmen Sie Platz auf einer Bank. Hinter Ihnen die vorbeifahrenden Züge, vor Ihnen ein Meer von neuen Eindrücken. Geniessen Sie überraschende Einsichten.

Ab 5. Juni 2020  ist das erste Kunstfenster zu bestaunen, bis am 2. August kommt alle zwei Wochen ein weiteres dazu. 

Mit diesem Projekt will das Dampfschiff Kunstschaffenden aus der Region die Möglichkeit geben, ihre Werke auch in Corona-Zeiten auszustellen. 

 


 

ab Freitag, 05.06.20 Andreas Hofer mit «AUS AKTUELLEM ANLASS»

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Das erste Fenster bietet bereits jetzt Einblicke und Ausblicke auf die Ausstellung „Kupper, Salz und Zimmermann – hausaus hausein”, ein Ausstellungsprojekt von Zimmermannhaus und Salzhaus Brugg, das vom 4.–20.09.2020 versteckte Räume in Brugg entdecken lässt. Rund um das Kupperhaus werden dann sonst nicht zugängliche Orte mit eigens dafür entwickelten Kunstinterventionen bespielt. Andreas Hofer ist einer der Künstler dieser Ausstellung und gibt im Dampfschiff den Auftakt zu seinem Schaffen in Brugg. Zunächst bespielt er die vier Hauptfenster und zieht sich dann nach und nach auf eines zurück, so dass Raum für die weiteren Künstlerinnen und Künstler entsteht.
Andreas Hofer tritt mit seiner Arbeit „aus aktuellem Anlass” auf die spezielle Situation ein, in der sich das „Dampfschiff“ Corona-bedingt befindet. In den letzten Wochen hat er an der Serie mit dem Titel „Aus aktuellem Anlass“ gezeichnet. Sie ist zwischen all den Videomeetings und Datentransfers entstanden und reflektiert die aussergewöhnliche Situation, mit der wir alle konfrontiert waren und immer noch sind. Die Serie passen dorthin, da sie eben auch die Situation des Kulturlokals thematisieren. Das Fenster als Ort für eine Präsentation könnte nicht besser geeignet sein. Überall sind wir zur Zeit mit Scheiben konfrontiert, die uns vom Gegenüber trennen. Die Grenzen zwischen Privat und Öffentlich oder zwischen Innen und Aussen sind allgegenwärtig.
Hier beim Dampfschiff schauen wir von der Strasse ins Lokal oder umgekehrt. In den Zeichnungen der Serie „Aus aktuellem Anlass“ wird diese Grenze gestalterisch bearbeitet und in etlichen davon tauchen Motive aus der Welt des Musik oder der Kulinarik auf. Diese gilt es auszuwählen, zu inszenieren und jede Woche durch neue zu ersetzen. Umgesetzt werden die Zeichnungen mit Tusche auf Zeitungspapier. Die Halbtransparenz des Trägers lässt es zu, dass die Motive je nach Lichtsituation sowohl von Innen als auch von Aussen sichtbar sind.
http://www.andreashofer.ch/
Die Zeichnungen werden verkauft, info unter: ​ 079 689 38 33
Künstler und/oder Kuratorinnen wegen schlechter Witterung nur teilweise anwesend: FR 19 - 22
Uhr | SA 19 - 22 Uhr | SO 16 - 19 Uhr | Kollekte

Freundlich unterstützt von: IBB Energie AG, Brugg
 


ab Freitag, 19.06.2020 Roman Müller mit «KLANGBILD»

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Das Klangbild gibt einen Einblick in den alltäglichen Wahnsinn eines Künstlers, der sich statt im Rampenlicht, irgendwo auf der Welt, in der Begrenztheit der eigenen vier Wände wiederfindet. Der Schritt von Objektmanipulation auf der Bühne zur Installation am Dampfschiff in Brugg ist für den Künstler Roman Müller eine logische Konsequenz und zugleich spannendes Neuland: In seinen Bühnenstücken thematisiert er die Beziehung Mensch – Objekt – Maschine und forscht an der Schnittstelle zwischen performativ-zirzensischer und bildender Kunst. Ob als künstlerischer Leiter des Festivals cirqu‘ in Aarau, als Begleiter und Auge von Aussen von Projekten oder selber auf der Bühne - Müller visualisiert trockene Theorie mit spannender, überraschender und auch humorvoller Bilderfülle.
http://www.trespace.com/
Künstler und/oder Kuratorinnen anwesend: FR 19 - 22 Uhr | SA 19 - 22 Uhr | SO 16 - 19 Uhr |
Kollekte

Freundlich unterstützt von: Jost AG, Brugg 
 



ab Freitag, 03.07.2020 Leah Gygli mit «RUHE, LERNEN, LOSLASSEN»

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Ein wichtiges Kapitel und viele Fragen, welche die 26 jährige Filmerin in das Annapurna Gebirge von Nepal führen. Verliebt in das Chaos von Kathmandu, die Hauptstadt Nepals. Über die Strassen geht man am besten blind, mit grossem Vertrauen auf den Weg und seine Mitmenschen. Ab dem Punkt, an dem man denkt und etwas richtig machen möchte, hindert man sich und seine Umgebung. «Denk nicht», sagt sie sich und schliesst die Augen. «Einfach atmen, ein und aus» und so gibt sie sich, dem natürlichen Fluss hin. Im wohl farbigsten Bus fährt sie über die Berge und durch die Täler nach Pokhara. Eine Stadt
inmitten des Landes umgeben vom Annapurna Gebirge am Phewa See. Wie soll sie den Frieden beschreiben den sie gefunden hat. Dort oben in den Bergen ist sie gewandert und ihr Körper trug sie 86 Kilometer weit. Worte sind endlich, also zeigt sie ihre Gefühle in den Bildern die sie in jener Zeit gefunden hat. - Namasté, Léa
Künstlerinnen und/oder Kuratorinnen anwesend: FR 19 - 22 Uhr | SA 19 - 22 Uhr | SO 16 - 19 Uhr | Kollekte

Freundlich unterstützt von: Silvia und Markus Spicher, Schinznach

 


 

ab Freitag, 17. 07.2020 Claudia Masika mit «RECYCLED BEAUTY» und
«AFRICAN DESIGN FASHION»

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Claudia Masika ist eine multitalentierte kenianische Künstlerin. Sie lebt seit 11 Jahren mit ihrer Familie in der Schweiz und hat sich als Musikerin und Künstlerin etabliert. Mit ihren Afrikanischen Wurzeln zaubert sie bunte, fröhliche Kunst (Skulpturen und Bilder) und Designs.
«Recycled Beauty» nennt Claudia die Serie Skulpturen, welche sie bei uns ausstellen wird, die 30 - 165 cm hohen Schönheiten sind aus Plastiktüten und Zeitungen gefertigt und stehen auf einem Stahlsockel und sind auch für den Aussenraum geeignet. In ihrer Fashion Kollektion verwendet sie verschiedene Stoffe und Muster aus Afrika, ihre Designs sind einzigartig und bequem, sie können im Alltag, an Festlichkeiten oder bei offiziellen Anlässen getragen werden. Bei der Wahl der Materialien achtet sie auf Nachhaltigkeit und Fairness. Made in Switzerland inspired by Afrika.
Künstlerin und/oder Kuratorinnen anwesend: FR 19 - 22 Uhr | SA 19 - 22 Uhr | SO 16 - 19 Uhr |
Kollekte

Freundlich unterstützt von: Voegtlin-Meyer AG, Windisch
 



ab Freitag, 31. 07.2020 Rosângela De Andrade mit «DURCHBLICKE»

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Sie ist in Brasilien geboren und lebt seit 1995 in der Schweiz. Ihre Bilder erzählen Geschichten, nicht nur ihre bewusst entworfenen, sondern auch ihre unbewusst beteiligten und im besten Fall jedem eine eigene. Es geht also nicht darum über ihre Arbeit nachzudenken, sondern eine eigene Geschichte zu erdenken; ihre Bilder sind interaktiv. Die Geschichten gehen aus von einem vorgefundenen oder erfundenen Kern, zu dem sich neue Elemente gesellen aus ihrer Erinnerung, dem Skizzenbuch oder eigenen Fotos. Im neuen Kontext werden die Details durch die unerwartete Umgebung verfremdet. Ist das Bild gelungen, springt aus der Annäherung der Teile ein Funken Poesie. Einige Themen beschäftigen Rosângela seit Jahren, zum Beispiel Oberflächen und Kräfte, die diese im Laufe der Zeit auf- und abbauen. Form und Textur dokumentieren deren Ringen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wird eine Seite geschwächt, nimmt die andere überhand und es drohen Zerfall oder ungebremstes Wachstum. So tauchen denn in ihren Bildern immer wieder bedrohliche Gewächse auf. Rosângela fasziniert deshalb die Erosion einer Landschaft, aber auch die Veränderung von Haut, ihre Verletzlichkeit und ihr
Widerstand. Eine Haut, ein Kleid, eine Wand, eine Scheibe trennt immer zwei Welten, schützt Kultur vor Natur, Natur vor Kultur. Die Trennschicht selber ist weder aussen noch innen, sondern ein Niemandsland, eine Übergangszone mit eigenen Regeln.
http://www.rosangelaandrade.ch/
Künstlerin und/oder Kuratorinnen anwesend: FR 19 - 22 Uhr | SA 19 - 22 Uhr | SO 16 - 19 Uhr |  Kollekte

Freundlich unterstützt von: Schreinerei Spicher, Brugg und Buono Delikatessen & Biofachhandel, Brugg

 


 

Freitag, 7. August 2020  Jacqueline Weiss mit «KOFFERsICHT»

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Die Reise im Fenster von Leah Gygli geht mit Jacqueline Weiss, einem Koffer und vielen Postkarten weiter. Der Koffer erzählt seine Geschichte. Die ZuschauerInnen setzen sich hin und erleben aus “Koffers Sicht” Reisen. In Gedanken, in Erinnerungen, im Traum auf Reisen gehen, unterwegs sein, das ist alles jederzeit möglich. Für das Bespielen des Fensters im Dampfschiff sucht die Künstlerin Postkarten die schon lange bei jemandem zu Hause liegen: die von vergangenen Reisen erzählen, die aktuell erhalten wurden oder die eigens für dieses Projekt geschrieben werden. Karten die aus dem Alltag von hier und dort, von grossen und kleinen Reisen, von Fern und Nah erzählen.
Die Postkarten können ab sofort an folgende Adresse gesendet werden: Dampfschiff Kulturclub | Aarauerstrasse 26 | z.H.
Jacqueline Weiss | 5200 Brugg

Die Künstlerin bewegt sich in ihrem Schaffen in der Schnittmenge von Fotografie, camera obscura, Installation, Film Bühne und Raum. Für das Fenster im Dampfschiff werden die Akteure Koffer und Postkarten in Szene gesetzt... und los geht’s, - wohin werden uns die Reisen führen?
Künstlerinnen und/oder Kuratorinnen anwesend: FR 19 - 22 Uhr | SA 19 - 22 Uhr | SO 16 - 19 Uhr | Kollekte
Freundlich unterstützt von: FSP Notare AG, Brugg
 



Freitag, 21. August 2020  |  Finissage

Wir freuen uns sehr, über die in den letzten Monaten entstandenen Kunstfenster. Jede Künstlerin, jeder Künstler hatte bei der Gestaltung völlig freie Hand und jedes der Fenster wurde zu einer Entdeckungsreise. 

Bis zum 21. August bist du herzlich eingeladen, die Fenster auf deinen Brugger Landgängen zu besuchen. Nimm Platz auf einer Bank. Hinter dir die vorbeifahrenden Züge, vor dir ein Meer von neuen Eindrücken. Geniesse die überraschende Einsichten.

Eine Finissage am Freitag 21. August ist in planung. SAVE THE DATE!